Dahmer Profile

Seite in Arbeit

Hier wollen wir über interessante Dahmer / Dahmer Familien, Leute mit einer Verbindung zu Dahme berichten.

Habt ihr Vorschläge, Bilder, wollt etwas berichten so lasst von euch hören.


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Reinhold Reshöft

Reinold Reshöft war nicht nur Gründer des Zeltplatzes Dahme Nord (ZeDaNo), er hat auch schon seit den 70-er Jahren mit der Dahmer Chronik gearbeitet. Leider blieb sie unvollendet. Wir möchten hier gerne Reinhold Reshöft und die Familie Reshöft vorstellen. (in Arbeit)


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Die Familie Mumm

 

Ende des 17 Jahrhunderts, 1783,  wird in Dahme eine Windmühle gebaut.

In diesem Zusammenhang kommt auch der Müllergeselle (1.) Johann Hinrich  Rudolf  Mumm  (*1776 in Cassau, +1806 in Dahme) nach Dahme.

(In Klammern die Generation Mumm in Dahme)

Er heiratet am 13.06.1800 eine Christina Katherina Rahlf, Landbesitzerin in Dahme (Specht’scher Hof).   Ein Hans Rahlf war schon 1776 als Besitzer einer  Immobilie in Dahme eingetragen.

Aus einer Familienchronik entnehme ich, dass Hinrich Mumm schon nach eben vollendetem 30. Lebensjahr infolge seiner „Unsolidität“ starb. Der Ehe entstammten zwei Kinder, ein Hinrich Mumm (*1803), der als Kaufmann ein Geschäft in Oldenburg aufmachte und (2.) Franz H.A. Mumm (*1805, +1873), der den Stammhof in Dahme erbte.

 

 

Der Sohn (2.)  Franz Hinrich August Mumm , Groß-Käthner und Gastwirt in Dahme, heiratete 1825 die Catherina Margaretha Johanna Hinrichsen. Sie bekamen 6 Kinder.  1827 wurde seine Tochter Anna Catherina Carolina geboren, die Fritz Fick vom Dahmer Hof heiratete. Sein Sohn hieß auch (3a) Franz Hinrich August  Mumm  (*1835, + 1890). Er übernahm die Käthnerstelle und Gastwirtschaft und baute diese zum Ostseehotel aus. In dieser Linie wird das Erbe der Christina K. Rahlf  (Specht’scher Hof) weitergeführt.

Die erste Frau des Franz H.A. Mumm, dem Älteren, starb 1839 im Kindbett und Franz heiratete in zweiter Ehe Dorothea Margaretha Fick, und bekam  drei Töchter und einen Sohn mit ihr: 1840 Doris Elise Sophia Fredericia Mumm, die einen Langbehn heiratete, 1844 Lisette Dorothea Henriette Mumm, die nach Rüting heiratete und 1844 Emilie Mumm, die mit drei Jahren starb. 1847 wurde dann der Sohn (3b) Heinrich Friedrich August Mumm geboren. Er war der  Urgroßvater von Carsten Mumm. Er heiratete am 26.4.1872 die Friederica Margarethe Fick, Tochter des Marcus Max Friedrich Fick, Hofbesitzer und Parcellist, und seiner Frau Anna Catherina Carolina Mumm. Er heiratete also seine Nichte. Das war damals nicht ungewöhnlich.  Aus dieser Linie entwickelt sich der Zweig Lindenhof / Dahmer Hof.

Auf dem Bild oben sind zu sehen:

Heinrich Mumm sen. (* 1847, + 1931), im Bild sitzend unten rechts, ist diejenige Persönlichkeit, die die Geschicke Dahmes  in der Hauptentwicklungszeit leitete. 

Heinrich Mumm junior (*1880, +1968), im Bild stehend hinten rechts mit seiner Frau Nanny, geb. Axt, übernahm den Dahmer Hof.

 

Franz Mumm (* 1910 , + 1992), im Bild hinten links stehend,  widmete sich nach seiner Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft 1948 mit seiner Frau Hildegard ganz dem „Lindenhof“. 1960 wurde der Hof ausgesiedelt und der „Deichhof“ zwischen Dahme und Kellenhusen gebildet. Es war damals der modernste Milchwirtschaftsbetrieb in der Umgebung.

 

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Die Familie Mumm in Dahme
Versuch einer Beschreibung der Familie, die Dahme über 200 Jahre geprägt hat.
Familie Mumm Dahme.pdf
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Die Chronik des Heinrich F. A. Mumm
geschrieben im Jahr 1925 mit einer Ergänzung durch seine Schwiegertochter Nanny Mumm, geb. Axt, aus dem Jahr 1950. Ein einmaliges Zeitdokument!
Chronik Heinrich FA Mumm.pdf
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Was ist eigentlich aus Dahmes "Daniel Düsentrieb" geworden ?

Vor mehr als 20 Jahren erschien in den Lübecker Nachrichten ein Artikel von Jutta Colschen über Dahmes Erfinder, Andreas Babbe. Sie nannte ihn Dahmes Daniel Düsentrieb. Das machte mich neugierig und ich habe ihn im November 2016 bei seiner Firma FF Lasertechnik in Neustadt besucht.

 

Andreas wurde 1967 als Sohn von Manfred „Manni“ Babbe und Annelie, geb. Grab, in Dahme geboren.  Manfred Babbes Vorfahren waren Rademacher und Stellmacher in Dahme und schon 1874 besaß ein Friedrich Babbe mehrere Grundstücke und Häuser im „Ünnerdörp“. Annelies Vater, Max Grab, hatte eine Plambeck geheiratet und betrieb ein Imbissrestaurant an der Stelle wo heute das Haus Panorama in Dahme liegt.

In der Schule war Andreas glänzend in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie, die humanistischen interessierten ihn jedoch nicht so sehr. Auf der Realschule in Lensahn bekam er sogar eine sechs in Französisch.  Nach seiner Lehre als Installateur bei Hans-Karl Möller in Dahme machte er seinen Führerschein und durfte mit dem Golf seiner Oma durch die Gegend fahren. An diesem Auto ärgerten ihn die rostigen Metallfelgen und er grübelte darüber nach, wie man bessere Felgen machen könnte, Felgen aus Kunststoff. Nun muss man sagen dass Anfang der 90-er Jahre das Internet noch nicht ausgebaut war und einfache Suchungen über Google noch nicht möglich waren.

Die Idee ein PKW Rad aus Kunststoff zu fertigen war ja nicht neu, aber alle Versuche ein zugelassenes Rad zu marktgerechten Preisen zu entwickeln waren gescheitert. Selbst große Konzerne bissen sich daran die Zähne aus. Aber Andreas Babbe und sein Kompagnon Jens Sager aus Grube gaben nicht auf. Sie konnten an den Erfahrungen einiger Erfinder aus den großen Konzernen partizipieren, schafften sich Kunststoffpressen aus VEB Beständen an und konnten in eigenen Versuchen das Konzept verbessern. Nach fünf Jahren war es dann endlich soweit, das erste Autorad aus Kunststoff  war vom TÜV eingehend geprüft worden und hatte die allgemeine Betriebserlaubnis erhalten. Damit war der Weg für die Serienproduktion frei. Mit Hilfe eines Investors gründeten die beiden die Firma BTE auf dem Gruber Industriegelände bei der Meierei, wo die Produktion auch mit ein paar dutzend Mitarbeitern anlief. Das neue Kunststoffrad hatte zwar eine Reihe von Vorteilen wie Korrosionsbeständigkeit, Gewichtsersparnis, Geräuschminderung und verbesserter Abführung von Bremsenergie, d.h. es erlaubte kürzere Bremsstrecken, war aber etwa doppelt so teuer wie ein gutes Aluminiumrad und damit nur für Hochleistungsautomobile geeignet. Die beiden Gründer wollten gerne die Entwicklung in Richtung Massenproduktion weiter treiben, aber der Investor mit dem größeren Anteil am Betriebsvermögen wollte anderes. Es kam zum Bruch und die beiden ließen sich auszahlen. 

Das nächste Projekt war die Konstruktion eines Power Boats, ein Trimaran der mit mehr als 100 km/h über das Wasser flitzen konnte. Der war Rumpf war aus speziellen Kunststoffharzen mit Kohle- und Aramidfasern verstärkt  und wurde in Neustadt am Holm hergestellt. Für das 400 000 Euro teure Boot gab es in Deutschland jedoch keinen Markt. 

Mit viel Energie und voller Energie stürzten Andreas Babbe und sein Kompagnon Jens Sager in ein neues Projekt: Die verschleißfreie Bremse! Nach sechs Jahren war das Projekt war so erfolgreich, dass sie 2008 mit dem Schmidt-Römhold Technologiepreis ausgezeicnet wurden  und  eine Lizenz für diese Technik an die Firma Bosch verkaufen konnten, was den Grundstein für den Erwerb der Firma Broziat Lasertechnik mit damals 8 Mitarbeitern in Lübeck war.  Sie entwickelten diese Firma weiter und etablierten sie in Neustadt. Heute ist die F&F Lasertechnik das größte Unternehmen der F&F Gruppe

(http://ff-lasertechnik.de/de/unternehmen.html)  

und arbeitet im  gesamten Bereich der Blechbearbeitung und dem Komponentenbau, von Klein- bis zu Großserien.   Durch ständige  Investitionen in  modernste Anlagen und nahezu vollständige Automatisierung kann  man kostengünstig mit hervorragender Qualität gefertigt werden. 

Die Firma ist spezialisiert auf  das Laserschweißen, Laserschneiden und Stanzen mit Laser sowie die Behandlung von Oberflächen, Kanten, das  Fräsen, Drehen und weitere Arbeiten. Etwa 50 Mitarbeiter arbeiten  hier rund um die Uhr und beaufsichtigen die teuren Maschinen.

Der FF Lasertechnik ist es auch gelungen Claudia Pechstein, Rekord-Olympiasiegerin im Eislauf, als Entwicklungspartnerin für die Laser Kufenschleiftechnologie zu gewinnen. 

 

Die Zukunft sieht rosig aus und Andreas beklagt, dass in Dahme nie Gewerbegebiete ausgewiesen wurden, ansonsten hätte er sich auch denken können die Firma in Dahme zu etablieren.

 

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Ministerin von der Leyen besucht die FF Lasertechnik in Neustadt
"Musterbeispiel eines Mittelständers" Auszug aus dem reporter vom 14.4.2012
Andreas Babbe vdLeyen.pdf
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Werner Specht

 

Werner Specht, *1.12.1911 +16.6.2002, war Dahmer Bürgermeister von 1959 bis 1990 und wurde nach 31 Dienstjahren zum ehrenamtlicher Bürgermeister von Dahme ernannt.

Ein paar Monate nach seinem 85-jährigen Geburtstag wurde  der Dahmer Kurpark, sein letztes großes Projekt, als „Bürgermeister Werner-Specht-Park“ geweiht. 

„1990 kommt die Wende – die Ära Specht ist dann zu Ende!“ so sagte Werner Specht bei den Feierlichkeiten zu seinem 30-jährigen Jubiläum als Bürgermeister an seinem 78-ten Geburtstag am 1.12.1989. Er zog sich nach der Kommunalwahl 1990 aus dem Tagesgeschäft zurück.

Werner Specht hat die Entwicklung Dahmes vom kleinen Fremdenverkehrsort zum Ostseeheilbad mit liebenswerter Atmosphäre und dem Gütesiegel der Familienfreundlichkeit vorangetrieben. Eine Fülle von Maßnahmen tragen seine Handschrift. Dazu gehören u.A. das moderne Kurmittelzentrum, das Kurhaus und die neue Seebrücke. Sie sind Meilensteine auf dem Weg zu einem bundesweit bekannten Erholungs- und Ostseeheilbad..

 

Werner Specht wurde  am 1.12.1911 in Zeitz im Burgenlandkreis geboren und kam 1935 als 24 jähriger nach Dahme. Der gelernte Drucker und Setzer begann bei Paul Breutz in Dahme. Mit 26 schulte er noch und begann nach seiner Heirat mit Elfriede Mumm, Tochter des Großbauern Otto Mumm, eine landwirtschaftliche Lehre. Den Betrieb bewirtschaftete er bis 1976.

 

 

Seitdem investierte er noch mehr Zeit in seine ehrenamtliche Tätigkeit als Bürgermeister, die fast ein Full-Time Job war, wenn man ihn so ernst nimmt wie Werner Specht. Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande wurde Werner Specht im Juli 1987 ausgezeichnet, vor allem wegen seiner großen Verdienste um den Fremdenverkehr.

 


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Alfred Kroschel


Wer kennt ihn nicht, die "Seele vom Sportverein Dahme“, Alfred Kroschel, der einzige Dahmer der schon zu Lebzeiten einen Weg/Straße nach sich benannt bekam, den „Alfred-Kroschel-Pfad“ von der Waldstraße zum Sportplatz.

Alfred Kroschel wurde am 10. April 1937 in Bindow im Oderbruch geboren. Als der Krieg zu Ende ging flohen er und seine Mutter mit einem kleinen Holzwagen Richtung Westen. Der Vater war als Soldat Kriegsgefangener bei den Briten geworden und lag in dem großen Lager bei Rosenfelde. Damals galt es vor allen Dingen nicht Kriegsgefangener bei den Russen zu werden. So wer konnte machte sich auf den Weg in den Westen. Die Familie kam 1946 nach Dahme.

Sein Vater war auch Schmiedemeister und hat zumindest zeitweise Anfang der fünfziger Jahre für meinen Vater, Karl Möller, in der alten Schmiede gearbeitet. Ich erinnere mich noch an einige

Episoden, wie er uns Jungs um die alte Linde vor der Schmiede gejagt hat. Alfreds Vater hatte Arbeit bei Mumm gefunden und sie hatten eine Wohnung zwischen dem Lindenhof und der Villa von Dr. Herholz. 1954 haben sie ein Grundstück von Mumm bekommen und das Haus an der Allee gebaut.

 

Alfred Kroschel gehörte 1948 (er war damals erst 11 Jahre alt!) zu den Gründungsmitgliedern des FC Dahme, der später in den TSV Dahme überging. Seine ersten Ballerfahrungen machte der Fußballbegeisterte auf dem alten Sandplatz des Vereins. Bis 1969 befand sich dieser Platz dort, wo heute der Nysted Platz liegt. „Das war noch eine echte sportliche Herausforderung, vor allem, weil es zum Umziehen nur einen zugigen, dunklen Keller gab“, erinnert sich Alfred Kroschel. Zu der Zeit ging er noch beim Steuerberater Oldenburg in Dahme in die Lehre. Später wurde er Finanzbeamter beim Finanzamt Eutin in Oldenburg/Holst.

 Bis 1958 spielte er in der Dahmer Fußballmannschaft. Seine aktive Spielzeit musste er jedoch wegen einer Beinverletzung abbrechen (er war da war erst 21 Jahre alt). Von 1961 bis 1972 fungierte er als Fußballobmann für den Verein.

 Mit viel Interesse und Umsicht kümmerte er sich um alle Belange der Fußballer. „Ich habe den Spielbetrieb organisiert. Dazu gehören Termine ansetzen, Spielberichte tippen, und natürlich auch für die Schiedsrichter zu sorgen“. Nebenbei hat er sich um die Werbung und Trikots gekümmert. 

 

 Die Aufgaben wuchsen  als Alfred Kroschel 1972 zusammen mit Karl-Heinz Kramer in den Vostand des Vereins gewählt wurde. Die beiden konnten auf eine lange gemeinsame Vorstandsarbeit zurückblicken. „In all den Jahren hat der ganze Vorstand immer gut harmonisiert, da gab es eigentlich nie richtige Reibereien“, erzählt der erste Vorsitzende Karl-Heinz Kramer in einem Interview an die Lübecker Nachrichten vom 10.12.1997.

 

1972 „zogen“ die Fußballer übergangsweise auf eine angemietete Wiese am Leuchtturm um. Diese Zwischenlösung (mit zwei Zelten als Umkleidekabinen) dauerte jedoch nur kurz, denn recht bald baute die Gemeinde den Sportplatz am Wald. „Mittlerweile haben wir dort in viel Eigenarbeit ein Sportlerheim errichtet und unterhalten die Freizeitanlage“, berichtet Alfred Kroschel.

 

Mit der Einweihung der Turnhalle im Jahr 1993 setzte sich die positive Entwicklung des Vereins fort. „Der Verein hat durch die neue Halle weitere Sportsparten, wie zum Beispiel Badminton, Basketball, Tischtennis und Jazz-Gymnastik anbieten können“, erklärt er. Die zusätzlich angebotenen Sportsparten wirkten sich äußerst günstig auf die Mitgliederzahl des Vereins aus.

 Im Jahr 2000 ging Alfred in Pension. Neben dem ehrenamtlichen Engagement im Verein und seiner Tätigkeit im Finanzausschuss der Gemeinde Dahme verreist Alfred gerne mit seiner Frau Barbara (Bärbel). Zog es die Familie mit zwei Söhnen jahrelang in die Alpen, so genießt man jetzt gerne die Sonne und Wärme auf den Urlaubsinseln im Süden von Europa.

 

Nach dem Tod seines besten Freundes Karl-Heinz Kramer 2004 wurde Alfred Kroschel erster Vorsitzender des Vereins. Das Schlimmste woran Alfred sich erinnert war die Überschwemmung 2007, wo Dahme sogar in die Tagesschau kam. Er hat damals noch bis 2009 gewartet bis alles geregelt, das heißt repariert und finanziert war. Trotz großer Eigenleistungen haben die enormen Schäden Kosten von über 70 000 Euro verursacht, viel Geld für einen kleinen Verein. Mehr als 10 000 Euro wurden von Dahmer Bürgern gespendet, nochmal die gleiche Summe von der Volksbank, 3000 Euro von der Sparkasse und 25 000 Euro hatte Alfred beim Bundesinnenministerium locker gemacht.

Als er dann 2009 den Vorsitz an Andrew Bednarzik abgab wurde Alfred Kroschel zum Ehrenvorsitzenden ernannt und der Weg zum Sportplatz nach ihm benannt.

 

Aufgrund der demographischen Entwicklung sieht Alfred Kroschel weitere Zusammenschlüsse als einzige Möglichkeit als Sportverein zu überleben. So arbeiten schon jetzt die Fussball- und Tischtennissparten von Kellenhusen und Dahme erfolgreich in der SG Baltic zusammen.



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Kapitän Heinrich Paasch

 

Zu der zweifellos bedeutendsten Persönlichkeit aus unserem Ort, dessen Name weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden ist und in Seefahrtskreisen auch heute noch nicht an  Bedeutung verloren hat, möchten wir unseren Interessenten hier eine kurze Lebensbeschreibung geben.

Am 7.Januar 1835 wurde in einem kleinen Fischerhaus dort, wo heute das Geschäft „Konsum“ (2016: Asia Grill) steht, Johan Heinrich Paasch als Sohn des Fischers Johann-Hinrich Paasch und seiner Ehefrau Friderica-Carolina, geb. Schuldten geboren. Die Eheleute Paasch verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem Fischfang und die meiste Zeit seiner Jugend fuhr Heinrich Paasch mit seinem Vater auf die See hinaus, wobei auch die Häfen von Fehmarn, Neustadt, Lübeck und Wismar angesteuert wurden. Die Schule besuchte er daher eigentlich nur in den Wintermonaten, aber er hatte ein außerordentlich gutes Gedächtnis und eine schnelle Auffassungsgabe und die Fahrten mit seinem Vater auf die See hatten ihm schon in der Jugend eine Umsichtigkeit und auch Härte anerzogen, ohne die er wahrscheinlich seinen schwersten Schicksalsschlag selbst gar nicht überlebt hätte. Am 25. Oktober 1848 - er war 13 Jahre alt – wurde ihr Schiff auf der Fahrt von Neustadt nach Dahme von einem Sturm überrascht und der Vater durch eine Sturzsee über Bord gespült; der Sohn konnte ihn nicht mehr retten, es gelang ihm aber, das Schiff gegen den Sturm zu halten und mit ihm dem Untergang und damit dem sicheren Tod zu entrinnen.

Trotz dieses fürchterlichen Jugenderlebnisses beschloss er dennoch, zur See zu fahren und heuerte mit 15 Jahren auf der damals entstehenden deutschen Flotte an und tat danach, als unsere wagrische Heimat unter dänische Herrschaft kam, auch Dienst auf dänischen Schiffen, bis er dann als Matrose und später als Steuermann auf deutschen, holländischen und amerikanischen Handelsschiffen sich die Voraussetzungen zum Erwerb des Kapitänspatentes schaffte, das er 1862 erhielt. Als 27- jähriger Kapitän befehligte er von 1862 bis 1870 einen russischen Ostindienfahrer. In dieser Zeit, am 21. September 1864 heiratete er die Tochter Claudine des damaligen Compastors Georg-Hinrich E y l e r zu Grube und durch diese Heirat wurde seine Zuneigung auch zum Heimatort Grube seiner Frau begründet und es ist überliefert, dass seine Frau ihn auf den meisten seiner Reisen begleitete.

Mit besten seemännischen Zeugnissen versehen gab Heinrich Paasch dann 1870 die aktive Seefahrt auf und wählte Antwerpen als seine neue Heimat, wo er bereits 3 Jahre später den Posten eines Inspektors des Englischen Lloyds für Belgien bekleidete und in den folgenden 15 Jahren verwertete er seine Erfahrungen und sammelte neue Erkenntnisse, durch die er dann bei allen seefahrenden Nationen dieser Erde bekannt geworden ist.

Der Lloyd ist eine Versicherungsgesellschaft mit börsenmäßigem Betrieb besonders der Seeversicherung. Während seiner langjährigen Dienstzeit wurden durch den Lloyd mehr als 4000 Schiffe auf ihre Tauglichkeit geprüft und in vielen Fällen wurde Kpt. Paasch als Sachverständiger bei Bergungen, Kollisionen usw. zu Rate gezogen. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen verwertete er dann als Schriftsteller bei seinem bekannten Werk "Vom Kiel bis zum Flaggenknopf", das in drei Sprachen mit je 5000 Exemplaren 1885 in Antwerpen herausgegeben wurde. Zwar schrieb ihm ein bekannter Buchhändler: „Ihr Werk ist ausgezeichnet, aber es tut mir leid, dass Sie die Kosten zu tragen haben, denn Sie werden bestimmt Ihren Einsatz verlieren". Aber das Gegenteil trat ein; das Buch erregte so große Aufmerksamkeit bei allen Behörden der seefahrenden Nationen, dass bereits 1894 eine zweite, erweiterte Auflage und sogar eine dritte herausgegeben wurden mit jeweils mehr als 10 000 Exemplaren, die jedoch erst nach seinem Tode erschien. Deutsche, französische und englische Freunde führten sein Werk zu Ende und 1908 wurde es in London zuletzt in fünf Sprachen - die vorgenannten und noch italienisch und spanisch - herausgebracht. Doch über alle diese Erfolge hinweg haben die Eheleute Paasch ihre Heimatorte Dahme und Grube nie vergessen, fast jedes Jahr kamen sie einmal in ihren Urlaub hierher, zum letzten Male im Jahre 1903. Am 25. März 1904 entschlief Kapitän Heinrich Paasch im Alter von 69 Jahren, mitten in den Vorbereitungen für die letzte Auflage seines Werkes.

 

In der Lebensgeschichte von Heinrich Paasch, geschrieben von Wille Bargholz aus Hamburg, aus der  diese kurze Schilderung entnommen ist, heißt es: „Wie so oft in der Geschichte der Menschheit verloren Freunde und Bekannte des Kapitäns einen Menschen, der die Tradition achtete und ehrte,  der seine Heimatliebe durch Gemeinschaftssinn und Geselligkeit ausdrückte und immer zur Stelle war, wenn es um brüderliche Zusarmnenarbeit und Zusammenhalt ging“. Dieser Heimatliebe haben die Eheleute Paasch noch für uns  sichtbaren Ausdruck verleihen können durch die von ihnen 1903 der Gemeinde Dahme gestiftete "Paasch-Eyler-Allee" und auch im Nachbarort Grube haben sie zur Gestaltung des "Paasch-Eyler-Platzes" beigetragen. Im April 1899 wurde der „Wall“ , eine Insel im Gruber See durch die Initiative einiger Gruber Bürger angekauft und die Gruber Brand- und Schützengilde beteiligte sich ebenfalls an der geplanten Ausgestaltung als Treffpunkt bei Veranstaltungen. Da aber das Geld nicht reichte, bat man den sich gerade in Dahme aufhaltenden Kapitän Paasch um finanzielle Unterstützung und, es erfüllte ihn mit Freude, dem Geburtsort seiner Frau auf solche Weise helfen zu können.

 

Für uns ist die Heimatliebe der Eheleute Paasch Verpflichtung, ihrer ebenfalls in dankbarer Erinnerung zu gedenken.

Reinhold Reshöft 1992

 

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Karsten Sach - Klimaexperte und Referatsleiter im Umweltministerium

Karsten Sach wurde 1959 in Gruberhagen geboren.  Seine Eltern hatten den Bauernhof Siems gemietet und zogen in den 60-ger Jahren nach Groß-Schlamin als Uwe Siems den Hof übernahm.

Nach dem Abitur am Gymnasium in Neustadt/Holst. studierte er Jura in Kiel und Freiburg, wurde wissenschaftlicher Assistent und schrieb 1993 seine Doktorarbeit zum Imissionsrecht. Seit 1991 ist er Referent im Bundesumweltministerium, seit 1999 Referatsleiter. Seit 2008 leitet er den Verwaltungsrat der Europäischen Umweltagentur.

 

Chef-Unterhändler bei der UNO Klimakonferenz in Paris 2015 – siehe auch Lübecker Nachrichten  2015-11-27.

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Nobelpreisträger Prof. Dr. Gerhard Domagk

 

Gerhard Domagk (* 30. Okt. 1895; † 24. April 1964) war ein deutscher Pathologe, Bakteriologe und Nobelpreisträger.

Er hatte in Kiel studiert und auf einer Segeltour die Ecke bei Dahmeshöved entdeckt, auf der er später einen Bungalow baute. Über sein Leben siehe YouTube Video (22 min) unten.

Mehr über ihn auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Domagk 

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Klaus Hinrich Klahn alias Henry Shultz, der nach Amerika auswanderte

Noch heute werden Touristen auf den Spuren von Henry Shultz, dem Mann mit dem Kains Mal auf der Stirn, in Augusta/ Georgia herum geführt. Aber kaum einer kennt ihn in Dahme. Kaum einer weiß, dass er in Wirklichkeit Klaus Hinrich Klahn hieß.

Klaus Hinrich Klahn wurde um 1780 in Dahme geboren und emigrierte auf abenteuerliche Weise 1805 in die USA, baute dort eine Brücke über den Savannah River und gründete eine neue Stadt, Hamburg. Sein Neffe Langbehn hat ihn mehrfach besucht . Mehr über den Mann mit dem Kains Mal auf der Stirn über die Taste unten.

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Der Deutsche Pionier Klaus Hinrich Klahn
Abdruck eines Beitrages aus dem Journal "Der Deutsche Pionier" aus dem Jahre 1876.
2 Der Deutsche Pionier.pdf
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In Amerika ist man begeistert endlich mehr über Klaus Hinrich Klahn zu erfahren, der bei ihnen Henry Shultz heißt. Vor allem aus seiner Zeit in Deutschland. Bisher wissen sie nur, dass er angeblich aus Hamburg kommt. In Zeitungen, auf einer Homepage und auf Führungen für Touristen wird über den Mann berichtet, der in Deutschland und in Dahme kaum bekannt ist.

Wunderbar dass wir über diesen transatlantischen Austausch mehr über das Schicksal unseres großen Dahmers erfahren.

 



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Dahmer Bürgermeister

2016 -                Harald Behrens

2000 - 2016    Heinrich Plön

1990 - 2000    Heino Puck

1959 - 1990    Werner Specht

                             Schulz

                             Konrad

                             Brandt

1937 - 1945     Lindemann

1933 - 1936     Basedow, Gemeindeschulze

....                         ???

1916 - 1928     Heinrich Mumm, junior, Gemeindevorsteher

1885 - 1915     Heinrich Mumm, senior, Gemeindevorsteher

1867 - 1885     August Grehn, Ortsvorsteher

 

Dahmer Kurdirektoren

2016 -              (kein Kurdirektor)

2015               Gordon Kosa (Tourismusleiter), Stefan Korb (Spa)

2013-2014   Ubbo Voss (Tourismusleiter)

2012                Thomas Doellinger, Kurdirektor

2011                 Torsten Brandt, Kurdirektor

2001 - 2011   Frank Timpe, Kurdirektor

2000                  Heinrich Schaper, Geschäftsführer Kurbetrieb

1999                  Joachim Nitz (Touristikleiter)

1997 - 1998    Rudi Gelzinius, Geschäftsführer Ostsee Ferien GmbH

1996                  Armin Bondik, Geschäftsführer Kurbetrieb (privat.)

1975 - 1995    Hartmut Vossgrau, Kurdirektor

1972 - 1975    Alfred Welack, Kurdirektor

1951 - 1972    Walther von Borell du Vernay, Kurdirektor

...

1928 - 1945    Armin Edgar Basedow, Kurdirektor

1924 - 1928    Bernhard Reshöft, Vorsitzender Badeverwaltung 

1919 - 1924    Heinrich Rhode, Vorsitzender Badeverwaltung

1913 - 1919    Joachim Hütscher, Vorsitzender Badeverwaltung

1904 - 1913    Heinrich Lorenzen, Vorsitzender Badeverwaltung

1885 - 1916    Heinrich Mumm, Gemeindevorsteher

 

 



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