Eiszeit - wir bekommen "Boden unter den Füßen"

Vor mehr als 300 000 Jahren stieß vielleicht der Homo Erectus bis in die norddeutsche Tiefebene vor und vor 200 000 Jahren hinterließ auch der Neandertaler dort Spuren. Bei uns finden sich jedoch keine derartigen Spuren, weil wir während der letzten Eiszeit unter einer mehrere hundert Meter dicken Eisdecke lagen. Über Nordschweden war die Eisdecke 3-5 km dick. Unter enormen Druck wurden die Gesteinsmassen der skandinavischen Urberge abgehobelt und hierher verschoben.

Dank der Eiszeiten haben wir sozusagen erst "festen Boden" unter den Füßen bekommen.


Die Karte zeigt das Gebiet des heutigen Norddeutschlands zur Zeit der letzten großen Vereisung in der so genannten „Weichsel-Kaltzeit“. Die Weichsel-Kaltzeit reichte von etwa 115 000 Jahren vor heute bis vor etwa 10 000 Jahren. Damals kam es zu verschiedenen Gletschervorstößen in Nord- und Mitteleuropa.

 

Der Höhepunkt der Weichsel-Kaltzeit war vor rund 22 000 bis    21 000 Jahren. In diesem Zeitraum war die östliche Hälfte von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern von einer mächtigen Eisschicht bedeckt. Vor etwa 13 000 Jahren war die gesamte heutige Ostseeküste wieder eisfrei. Wegen der Vergletscherung war viel Wasser gebunden, so dass das der Meeresspiegel viel tiefer lag als heute.

 


So ungefähr kann es ausgesehen haben als das Eis bei uns zurück wich. Vor dem Eisrand breiteten sich ausgedehnte Sanderflächen aus, in denen sich Sande, Kiese und Gerölle aus den Schmelz-wasserrinnen der Gletscher ablagerten. Die zunächst kleineren Schmelzwasserrinnen verbreiterten sich zu verflochtenen Flüssen, die sich schließlich in großen Urstromtälern vereinigten. Ein solch großes Urstromtal war das Elbtal (Elbe-Urstrom).

Zu den Zeugen der letzten Eiszeit gehören auch die Seen der Holsteinischen Schweiz und die Niederung des Oldenburger Grabens, die aus Gletscherzungen entstanden.

 

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Eiszeit(en)
Zusammenfassende Darstellung zur Eiszeit.
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